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?Mozart!

24.10.2007 — Ist hier alles von Mozart, was mit seinem Namen gezeichnet ist? Gewiss nicht, aber zum Teil schon.

Der Klarinettist Dieter Klöcker, erprobter Ausgräber von Raritäten für Bläserensembles und gewiefter Entdecker qualitätvoller Partituren, forscht seit Jahrzehnten intensiv auch im Gebiet der Mozartiana. 1972 legte er zusammen mit dem von ihm in den Sechzigerjahren gegründeten Kammerensemble Consortium Classicum (Bläser allein bis zur Nonettbesetzung, fallweise mit Streichern) eine erste LP vor mit dem Titel «Mozart – Original oder Fälschung?». Wie zu erwarten, kam darüber eine zuweilen hitzige Diskussion mit Mozart-Forschern in Gang.

Mittlerweile haben sich die Gemüter abgekühlt, und in manches Umstrittene konnte die Musikwissenschaft Licht bringen – zusammengefasst hat dies Klöcker im fast 100-seitigen Booklet der vorliegenden Produktion. So konnten Mozart zuerkannte Fragmente zusammengeführt und einst als fehlend taxierte Sätze in Bibliotheken wiederentdeckt, Satzabfolgen korrigiert werden.

Die Kassette vereinigt sämtliche sieben früher einzeln erschienenen CDs mit Mozart zugeschriebener (beziehungsweise angezweifelter) Bläserkammermusik und Werken von Komponisten, die Mozart bearbeiteten, sich geradewegs bei ihm bedienten oder Eigenheiten seines Stils assimilierten.

Die Unkenntnis der Kleinmeister sei das Problem, schreibt Klöcker. Und: «So müssen wir immer wieder feststellen, daß bei einer kritischen Beurteilung die Œuvres von Komponisten um Mozart wie Pleyel, Hoffmeister, Haydn, Süßmayr, Wendt, Masek, Eybler, Hummel, Eberl, Kozeluch, Fiala und anderer, nicht selten stilistisch nicht von einander getrennt werden können.»

Die zwanzig Werke vom Quartett bis zum Nonett von Mozart und Zeitgenossen und Bearbeitern und Arrangeuren wie Stumpf, Hermstedt, Gleissner, Hoffmeister, Erzherzog Rudolph von Österreich (auch Eberhard Buschmann, Fagottist im Consortium Classicum) sind vorwiegend heitere Serenadenmusik in mozartschem Geist.

So liegt denn ein Reiz dieser interpretatorisch brillanten wie klanglich überaus aparten und abwechslungsreichen Ersteinspielungen des Consortium Classicum nicht zuletzt darin, dass nicht immer von Mozart ist, was seinen Namen trägt. Anders gesagt: Es ist höchst spannend, hörend zu erforschen, was und aus welchen Gründen wie Mozart klingt, von Mozart stammt und was dies zu sein nur vorgibt. (ws)

?Mozart! The Unbelievable Mozart. First Recording. Vol. 1 bis 7. Consortium Classicum. (MDG Gold 301 1399-2; 7 CDs).

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