06.03.2014 — Der in Berlin tätige Neuromusikologe Stefan Koelsch hat für die Fachzeitschrift Nature Reviews Neuroscience 21 neurowissenschaftliche Studien mit bildgebenden Verfahren zur Wirkung von Emotionen auf Hirnstrukturen ausgewertet. Die Metastudie stützt Annahmen über die Wirkung von Musik auf Emotionen und Stimmungen.
06.03.2014 — Der in Berlin tätige Neuromusikologe Stefan Koelsch hat für die Fachzeitschrift Nature Reviews Neuroscience 21 neurowissenschaftliche Studien mit bildgebenden Verfahren zur Wirkung von Emotionen auf Hirnstrukturen ausgewertet. Die Metastudie stützt Annahmen über die Wirkung von Musik auf Emotionen und Stimmungen.
Bei den von Musik angesprochenen Strukturen handelt es sich laut Koelsch unter anderem um den sogenannten Mandelkern – Amygdala –, den Hippocampus sowie weitere Regionen, die eine zentrale Rolle für Emotionen spielen. Sind diese Strukturen bei Personen geschädigt, fallen auch deren emotionale Reaktionen auf Musik schwächer aus. Diese Reaktionen umfassen neben den subjektiven Empfindungen auch physiologische Veränderungen, Veränderung der Mimik wie Lächeln und den Wunsch zu klatschen, zu tanzen oder (mit) zu musizieren.
Inwieweit zwischen Alltagsemotionen und durch Musik hervorgebrachten Emotionen unterschieden werden kann, muss allerdings noch geklärt werden, erklärt Koelsch. Es gebe zahlreiche Überschneidungen zwischen den beiden, jedoch auch Unterschiede.
Einige Emotionen würden öfter in der Musik als im alltäglichen Leben erlebt – etwa Bewegtsein, Gerührtsein und Erlebnisse von Spiritualität und Transzendenz. Andere Emotionen wie Schuld und Scham spielten im Alltagsleben der Menschen oft eine Rolle, jedoch praktisch nicht in der Musik. Während Traurigkeit von den meisten Menschen als unangenehm erlebt werde, könne traurige Musik eine tröstende Funktion haben. (cf)
Originalartikel:
Koelsch, S. (2014): Brain correlates of music-evoked emotions, Nature Reviews Neuroscience 15, 170–180, doi:10.1038/nrn3666