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Musik als Mittel politischer Auseinandersetzung

27.05.2014 — Musik eignet sich jenseits ihrer emotionalisierend-mobilisierenden Kraft relativ schwer für politisches Engagement. Die Schauspielerin Ursina Greuel und der Sänger Daniel Hellmann wagen sich dennoch daran, in einem ideologisch hochsensiblen Umfeld. Ein aktueller Bundesgerichtsentscheid unterstreicht die Brisanz des Themas.

27.05.2014 — Musik eignet sich jenseits ihrer emotionalisierend-mobilisierenden Kraft relativ schwer für politisches Engagement. Die Schauspielerin Ursina Greuel und der Sänger Daniel Hellmann wagen sich dennoch daran, in einem ideologisch hochsensiblen Umfeld. Ein aktueller Bundesgerichtsentscheid unterstreicht die Brisanz des Themas.

 

Ihr Projekt «Nach Lampedusa – Wandererfantasien» sei ein romantisch-dokumentarischer Musiktheaterabend, heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung: Eine Schauspielerin, ein Sänger und ein Pianist arbeiten sich durch Akten, Interviews und Anklageschriften aus laufenden Asylverfahren. Der Stücktext (Ursina Greuel) setze sich aus verschiedenen dokumentarischen Quellen zusammen und zeichne die Struktur der Interviews nach, in denen Asylsuchende die Legitimität ihres Flüchtlingsstatus kurz nach ihrer Ankunft in der Schweiz belegen müssten. Bürokratische Schematisierung und individuelle Lebensgeschichten träfen aufeinander.

 

Durch den Filter des romantischen Kunstliedes, in dem die Themen «Wandern» und «Sehnsucht» zelebriert werden, erproben Ursina Greuel, Daniel Hellmann und der Pianist Samuel Fried einen eigenen Blick auf zeitgenössische Geschichten des Auswanderns. Mit Musik von Franz Schubert und einem musikalischen Zugriff auf Sprache «werden die Aktennotizen zum Leben erweckt». Gleichzeitig trenne die romantische Musik als bürgerlich-mitteleuropäisches Kulturgut die drei Akteure vom Schicksal der Asylsuchenden, schreiben die Akteure.

 

Brisanz gewonnen hat das engagierte, Position beziehende Projekt durch ein aktuelles Bundesgerichtsurteil, das dem Bundesamt für Migration im Fall zweier ausgeschaffter Tamilen erhebliche Mängel in der Behandlung der Asylanträge vorwirft. (cf)

 

Infos:

«Nach Lampedusa – Wandererfantasien», 13. / 14. Juni 2014, Kino der Autonomen Schule, Badenerstrasse 565, 8048 Zürich, 19.30 Uhr, www.matterhorn.li/lampedusa.html

 

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