30.05.2014 –Das Zentrums für Appenzellische Volksmusik realisiert ein ungewöhnliches Projekt: Über 60 Solojodlerinnen und Solojodler werden auf «Balzplätze» in den fünf Regionen Vorderland, Mittelland, Hinterland, Innerrhoden und Oberes Toggenburg weit über 200 Mal über ein ganzes Jahr ihren Jodel in freier Natur solo vortragen.
30.05.2014 –Das Zentrums für Appenzellische Volksmusik realisiert ein ungewöhnliches Projekt: Über 60 Solojodlerinnen und Solojodler werden auf «Balzplätze» in den fünf Regionen Vorderland, Mittelland, Hinterland, Innerrhoden und Oberes Toggenburg weit über 200 Mal über ein ganzes Jahr ihren Jodel in freier Natur solo vortragen.
Die Auftritte dauern jeweils eine Viertelstunde. Die Auftrittszeiten- und Orte werden auf www.jodel-solo.ch publiziert, vorerst alle Daten von Juni 2014 bis November 2014. Die Tageszeiten der Auftritte nehmen Bezug auf verschiedene Bedeutungen des Solojodels im Alltag: Morgens um 5 als Nachtwächter, morgens und abends um 6 zur Melkzeit, abends um 9 zum Alpsegen und sonntags um 10 zum Kirchgang.
Die Zeugnisse, die bis auf das Jahr 1606 zurückgehen, zeigen, dass der Jodel für verschiedene Zwecke angewendet wurde. Der ursprünglich alleine gesungene Jodel wurde als Kommunikationsmittel zwischen Menschen, zwischen Menschen und Tieren, als Unterhaltung oder während Routinearbeiten wie Melken, Hagen oder Anlocken, aus Freude, aus Übermut, um Geister zu vertreiben oder um sich bemerkbar zu machen gesungen.
Dieser alten und ursprünglichen Tradition will das Projekt über ein ganzes Jahr eine Bühne geben und sie in den Alltag der Bevölkerung rund um den Säntis integrieren. Typisch für «Lebendige Traditionen» ist, dass wenig aufgeschrieben und dokumentiert ist. Das Zentrum für Appenzellische Volksmusik will darum in die Offensive gehen und den Solojodel wieder aufleben lassen und an neue Generationen weitergeben. (cf)