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Debatte um Mindestlöhne in deutschen Kulturinstitutionen

12.06.2014 — Die deutsche Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles fordert, auch für Praktikanten einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gesetzlich zu verankern.Der Deutsche Musikrat (DMR) ist alarmiert.

12.06.2014 — Die deutsche Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles fordert, auch für Praktikanten einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gesetzlich zu verankern.Der Deutsche Musikrat (DMR) ist alarmiert.

 

Ausnahmen seien, so Nahles, nur angedacht, wenn es sich um ein Pflichtpraktikum handelt oder das freiwillige Praktikum sechs Wochen nicht überschreitet. Mit ihrer Forderung stösst sie allerdings auf Widerstand, auch in den eigenen Reihen.

 

Christian Höppner, der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, begrüsst grundsätzlich, dass die Fehlentwicklungen der Generation Praktikum angegangen werden. Gerade im Musikleben seien viele Institutionen und Verbände von dieser Thematik betroffen. Umgesetzt werden könne diese gesetzliche Regelung allerdings nur, wenn es eine bedarfsgerechte Mittelausstattung für betroffene Organisationen gibt.

 

Wo oft noch nicht einmal an eine tarifgerechte Entlohnung der Festangestellten zu denken sei, so Höppner weiter, könnten nicht zusätzlich noch Praktikanten aus den unterfinanzierten Etats der Kulturinstitutionen bezahlt werden. Wolle man die Diskussion «offen und ehrlich» führen, könne die Forderung der Politik nach einem Mindestlohn für Praktikanten nur glaubhaft erhoben werden, wenn auch die notwendige Gegenfinanzierung in der Musikförderung gewährleistet werde.

 

Solange dies nicht gegeben ist, hält der Deutsche Musikrat einen Mindestlohn von 8,50 Euro ab der siebten Praktikumswoche für realitätsfern, zumal zwangsläufig zahlreiche Praktikantenplätze wegfallen würden und in der Folge den jungen Menschen der dringend notwendige Einblick in die Berufswelt verwehrt bliebe. (cf)

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