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Britische Kontroverse um El Sistema

26.11.2014 — Das venzolanische El Sistema gilt als globales Vorzeigeprojekt für soziales Engagment und Demokratisierung einer Gesellschaft durch klassische Musik. Ein britischer Autor hat das System kritisch ausgeleuchtet und damit in Grossbritannien eine Debatte ausgelöst. Er sieht in dem Projekt im Kern reaktionäre und totalitäre Elemente.

26.11.2014 — Das venzolanische El Sistema gilt als globales Vorzeigeprojekt für soziales Engagment und Demokratisierung einer Gesellschaft durch klassische Musik. Ein britischer Autor hat das System kritisch ausgeleuchtet und damit in Grossbritannien eine Debatte ausgelöst. Er sieht in dem Projekt im Kern reaktionäre und totalitäre Elemente.

 

In einem GuardianArtikel erklärt Geoff Baker, dass Abreu nicht der Humanist sei, als der er hierzulande in der Regel betrachtet werde. Er habe in Venezuela den Ruf eines autokratischen Dirigenten, für den reaktionäre Formen der Disziplin über alles stünden. Das Vorzeigeorchester von El Sistema trage im Land denn auch den Übernahmen «Venezuelas Sklaven-Orchester». 

 

Gefördert würden innerhalb von El Sistema auch nicht Kinder unterprivilegierter Schichten, sondern primär solche des Mittelstandes. Die El-Sistema-Orchester seien überdies nicht ein «wunderbares Vorbild für eine Gesellschaft», wie dies der El-Sistema-Shooting-Star Gustavo Dudamel gerne betone, sondern ein solches «absoluter Tyrannei, in der jemand allen vorschreibt, was sie zu tun hätten.» Das System sei im Kern nicht ein Sozialprojekt, sondern ein Propagandavehikel für überholte patriarchale Gesellschaftsauffassungen.

 

Seine Recherchen hat Baker, der an der University of London tätig ist, in dem Buch «El Sistema: Orchestrating Venezuela’s Youth» (Oxford University Press, New York), niedergeschrieben. Vertreter von El Sistema werfen ihm vor, ein verzerrtes und einseitiges Bild des Projektes zu zeichnen und Einzelmeinungen zu verallgemeinern. (cf)  

 

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