28.01.2016 — Laut der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) wird die Zahl der deutschen Kulturorchester im Jahr 2016 weiter sinken. Zur Zeit zählt die Vereinigung noch 131 solche Ensembles.
28.01.2016 — Laut der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) wird die Zahl der deutschen Kulturorchester im Jahr 2016 weiter sinken. Zur Zeit zählt die Vereinigung noch 131 solche Ensembles.
Bei der ersten gesamtdeutschen Erfassung 1992 wurden noch 168 öffentlich finanzierte, regelmässig spielende Berufsorchester gezählt. 37 Orchester sind seitdem von der Landkarte verschwunden. Im gleichen Zeitraum ging auch die Zahl der ausgewiesenen Musikerplanstellen von 12’159 auf aktuell 9816 zurück. Dies entspricht einem Abbau von rund 19 Prozent.
Mit der Fusion der beiden SWR-Orchester aus Baden-Baden/Freiburg und Stuttgart im September 2016 wird die Orchesterzahl auf 130 zurückgehen; die verfügbaren Planstellen werden damit erneut sinken. Weitere Strukturveränderungen drohen gegenwärtig auch in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Laut DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens wird in den fünf östlichen Bundesländern der aktuelle Bestand von Arbeitsplätzen bei Orchestern und Theatern häufig nur noch durch Lohnverzicht der Beschäftigten in Haustarifverträgen ermöglicht. Einige Musikervergütungen lägen bereits 30 Prozent unter dem Tariflohn und damit nur noch knapp über dem Mindestlohn.
Bundesweit existierten gegenwärtig 42 derartige Haustarifverträge, 31 davon im Osten Deutschlands. Lohnverzicht von Orchestermitgliedern, Bühnenkünstlern, Technikern und Verwaltungsmitarbeitern könne keine Dauerlösung sein, so Mertens weiter. Vor allem die Finanzausstattung der Kommunen müsse durch die Länder und den Bund verbessert werden. (cf)