23.06.2016 — Telematik, seit den Anfängen der 1990er-Jahre durch die Entwicklung des Internets in der interaktiven Medienkunst zum Begriff geworden, ist seit April 2013 an der ZHdK in einer Reihe von Musikveranstaltungen vorgestellt worden. In einem Nationalfonds-Forschungsprojekt soll das Format nun umfassend untersucht werden.
23.06.2016 — Telematik, seit den Anfängen der 1990er-Jahre durch die Entwicklung des Internets in der interaktiven Medienkunst zum Begriff geworden, ist seit April 2013 an der ZHdK in einer Reihe von Musikveranstaltungen vorgestellt worden. In einem Nationalfonds-Forschungsprojekt soll das Format nun umfassend untersucht werden.
Geleitet wurden die ZHdK-Programme von den Dozenten Matthias Ziegler und Johannes Schütt vom Institute for Computermusic and Sound Technology (ICST). Die visuelle Komponente der Projekte wurde von Benjamin Burger und Joel de Giovanni betreut. Im Fokus stand die Konzertpraxis. Hierfür wurden Konzerträume in Zürich und anderswo (San Diego, Hong Kong) über Internet zu einem inszenierten telematischen Raum zusammengeführt. Bild und Ton wurden in Echtzeit digital übermittelt.
Der telematische Raum eröffnet neue Möglichkeiten der kompositorischen und improvisatorischen Musikpraxis, aber auch eine veränderte Wahrnehmung der Musik durch eine oder mehrere parallel beteiligte Zuhörerschaften. Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche Projekte zum Thema der Netzwerkkunst entstanden sind, hat sich bis heute kein klar erkennbares Bild einer solchen Kunstrichtung etabliert. Zu unterschiedlich waren die Ansätze und auch die Technologien.
In einem SNF-Forschungsprojekt soll das Format Telematik nun untersucht werden, mit dem Ziel, grundlegende Standards und Kommunikationsprotokolle für die telematische Praxis zu erarbeiten. Der Campus der ZHdK verfügt über ein internes Medianetz, über das alle Räume innerhalb der ZHdK für telematische Projekte miteinander vernetzt werden können. Diese Voraussetzung bietet sich wegen ihrer Effizienz für die Versuchsanordnung des geplanten Forschungsprojektes an.
Die Verzögerungen, die sich durch die Distanzen von Verbindungen rund um den Erdball ergeben, lassen sich dabei elektronisch simulieren. Die Frage nach der Verbindung in Echtzeit ist nicht nur eine technische Frage nach der Bandbreite und der Geschwindigkeit der Übertragung, sondern mindestens so sehr eine Frage nach der Veränderung von räumlichen Phänomenen der Performancepraxis von Musik, Schauspiel und Tanz, die in ihrer Komplexität auch die Zuhörerschaft aktiv mit einbeziehen, heisst es in der Mitteilung der ZHdK. (cf)