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Veröffentliche Beiträge in “Kritiken”

Symposium ZwischenZeiten in Oldenburg

13.11.2015 -- Doppeltes Jubiläum: 20 Jahre Archiv für osteuropäische Musik und 10 Jahre ZwischenZeiten Symposien in Oldenburg.

 

Musikwissenschaft anregend und spannend, als Geisteswissenschaft im vielgestaltigen Dialog mit der lebendigen Musik war vier Tage lang seit dem vergangenen Wochenende im Oldenburger Hanse-Wissenschaftskolleg zu erleben. Das von Violeta Dinescu vor 20 Jahren gegründete Archiv für osteuropäische Musik, ausgehend vom Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg war nicht allein als Sammelstelle von Partituren, Büchern und allerlei Dokumenten gedacht, sondern als Grundlage für ständig neu zu entdeckenden Quellen der Forschung.

22. Internationales George Enescu Festival


Der Saal des Bukarester Athenäum, eine der Spielstätten des Enescu Festivals (Foto: Catalina Filip/Enescu Festival)

 

 

Mit Ovationen des mehr als dreitausend Seelen zählenden Publikums in der Grossen Halle des Palastes von Bukarest ging ein Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons in Bukarest zu Ende. Damit endete sowohl die XXII. Ausgabe des diesjährigen Internationalen George Enescu Festivals, als auch die seit vierzehn Jahren bestehende «Ära Holender» des Anlasses.

Eröffnung des Musikfestivals Bern 2015

05.09.2015 – Im Berner Münster ist das Musikfestival Bern 2015 offiziell eröffnet worden. Mit einem durch und durch bernischen Urknall und Treichlern vor dem Jüngsten Gericht.

Paul Riggenbachs «Harmonie lernen»

Cover Buch08.01.2015 -- Der in Hamburg lebende Musiklehrer und promovierte Musikwissenschaftler Paul Riggenbach hat sich sein eigenes musikdidaktisches Universum inklusive eigenem Verlag geschaffen ‒ einen kompletten Lehrgang mit Bänden zur Notationslehre, zu Melodie, Rhythmus und Harmonie. Dabei verfolgt er originelle Wege, die sich von den Road Maps orthodoxer Pädagogiken in Klassik, Jazz oder Pop teils deutlich unterscheiden und ihre Stärken nicht zuletzt darin haben, dass sie diese Genregrenzen ignorieren. Seine eigene Lebensgeschichte mit Arbeiten in Variété und Zirkus, mit klassischen Orchestern (den Hamburger Symphonikern), Jazzern und Schlagersängerinnen haben haben ihm den weiten Horizont dazu geöffnet. In seiner «Harmonielehre» finden sich denn auch mit grösster Selbstverständlichkeit Erörterungen zu Guide Tone Lines und zum Verbot von Quintparallelen ganz selbstverständlich neben kundigen Analysen von Grönemeyer-, Adele- oder Beatles-Kompositionen.

Bill Holman zu Gast beim ZJO

13.12.2014 -- Da hat das Zurich Jazz Orchestra (ZJO) etwas geleistet. Es hat den Saxophonisten, Arrangeur und Komponisten Bill Holman überzeugt, mit 86 Jahren den sicherlich beschwerlichen Weg von Kalifornien nach Zürich auf sich zu nehmen, um mit der Big Band der Zwingli-Stadt einige seiner Arrangements und Kompositionen auf die Bühne zu bringen. Die Bühne, das ist in diesem Fall das kleine Theater Miller’s Studio gleich hinter dem Bahnhof Tiefenbrunnen (und in Wurfnähe zum Haus des Zürcher Kammerorchesters).

5. Symphoniekonzert des Berner Symphonieorchesters

07.12.2014 -- Was hält grössere Formen zusammen, woraus ergeben sich grössere Sinnbögen, die ein Werk der Tonkunst zu mehr als einer nicht unbedingt zwingenden Abfolge singulärer Ereignisse machen? Im 19. Jahrhundert, der Hochblüte der Grossformen in der absoluten Musik, scheint das Paradigma die motivische Arbeit in der Sonatenform, das prägende Erbe Bethovens. Auch in postromantischen Zeiten haben sich Tonschöpfer auf das Strukturprinzip berufen. Allerdings scheinen Hör- und Kompositionsgrammatik dabei mehr und mehr auseinander gedriftet zu sein. Die überwältigende Mehrzahl der theoretisch bloss rudimentär geschulten Hörer dürften sich vor allem an klanglichen Strukturen und charakteristischen rhythmisch-melodischen Pattern als sinnstiftende Formen orientiert haben (und immer noch orientieren). Die (nach dem faktischen Verbot strukturierender Elemente wie Puls oder Wiederholungen in der Neuen Musik) primär auf Textur- und Klang-Architekturen errichteten zeitgenössischen Werke akzentuieren die Differenz.

12. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft für Musik-Medizin

28.11.2014 -- Der Saal der Hochschule der Künste Bern an der Papiermühlestrasse scheint aus allen Nähten zu platzen. Das Thema bewegt, und dies in vielfacher Hinsicht: Musizieren im Alter, das kann eine Chance sein für Menschen, ihren Lebensabend (oder bereits den -spätnachmittag) mit Emotionen und guten Erlebnissen zu füllen. Es kann für diejenigen, die ein Leben lang musiziert und sich damit ihr Auskommen erwirtschaftet haben, aber auch ein schmerzvoller Prozess des Loslassens und des Abbaus bedeuten. Das jährliche Symposium der Schweizerischen Gesellschaft für Musik-Medizin, das  sich diesen Aspekten der klingenden Kunst angenommen hat, kann eine Rekordbeteiligung vermelden.

Argovia Philharmonic: Zweites Symphoniekonzert

18.11.2014 -- An der Schnittstelle zweier schon fast orthogonaler Kulturen: Douglas Bostock, der Chefdirigent des Orchesters Argovia Philharmonic, pflegt die britische, aber auch die japanische Musik, zu beiden Ländern hat er enge Beziehungen. Der Aargauer Klangkörper und sein Publikum profitieren davon, mit Programmschwerpunkten, welche die beiden Klangwelten kundig, intelligent und engagiert zum Thema machen und dem Ensemble ein eigenes unverwechselbares Profil verleihen. In dieser Saison hat das Orchester im Rahmen seiner Abonnementskonzerte eine Art kleines Japan-Festival veranstaltet, das mit dem 2. Symphoniekonzert abgeschlossen worden ist, formell aus Anlass des Jubiläums der mittlerweile 150 Jahre bestehenden diplomatischen Beziehungen und der Freundschaft zwischen Japan und der Schweiz.

Fauré. Seine Musik. Sein Leben

Cover Buch11.11.2014 -- Sein erstes publiziertes Werk erschien in Deutschland. Der Verlag Breitkopf & Härtel druckte die Violinsonate op. 13 auf eigene Kosten. Der 31-jährige Komponist musste auf jegliche finanzielle Ansprüche verzichten, denn – wie das Verlagshaus begründete – «der Name Monsieur Faurés ist in Deutschland nicht bekannt, und der Musikmarkt wird überschwemmt von Werken dieser Art, wenngleich sie oft weniger gelungen als das vorliegende sind.»

Weder das Meisterwerk aus dem Jahr 1876 noch das Renommee des Leipziger Verlags brachten Gabriel-Urbain Fauré den Durchbruch in den deutschsprachigen Gebieten, und auch in seiner Heimat dauerte es noch etliche Zeit, bis Fauré die erhoffte künstlerische und soziale Anerkennung erfahren konnte.

Thibaudet und das Berner Symphonieorchester

18.10.2014 -- Den Auftakt macht eine Friedensbotschaft, den Abschluss macht auch eine Friedensbotschaft. Die erste mutet recht hermetisch an, die zweite emphatisch. Klaus Hubers «Beati Pauperes II» verarbeitet Vokalmusik von Orlando di Lasso mit Texten aus der Bibel und des zur Zeit der Entstehung des Werkes auch hierzulande sehr populären nicaraguanischen Befreiungstheologen Ernesto Cardenal. Arthur Honeggers dritte Sinfonie, die «Symphonie liturgique» schliesst ab mit der Bitte «Dona nobis pacem», Herr, gib uns den Frieden. Wir sind im 2. Symphoniekonzert des Berner Symphonieorchesters.