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25.05.2007 — Diese Woche hat die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Ständerates getagt. Sie hat dabei die Diskussion darum wieder angefacht, was sich der Bund Forschung und Bildung kosten lassen will. Namentlich hat sie einen Vorschlag zu einem Bundesgesetz (mit 7 zu 5 Stimmen) abgelehnt, das Forschung und Bildung vor Kreditsperren und Budgetkürzungen schützen sollte. Vielmehr ist die WBK der Meinung, die Forschungskredite sollten weiterhin Thema der jährlichen Budgetdebatten bleiben. Diese Form der «Stop and Go»-Politik wird von verschiedenen Seiten moniert. Zwar ist sie typisch für das politische System der Schweiz, forschende Industrie und Hochschulen stellt sie in Sachen Planungssicherheit allerdings vor grosse Probleme. Das rohstoffarme Binnenland Schweiz droht auf dem Gebiet, auf dem ein globaler Spitzenplatz fürs wirtschaftliche Wohlergehen unerlässlich ist, ins Hintertreffen zu geraten.
Länder wie Grossbritannien und Schweden planen Investitionen in Forschung über mehrere Jahre, und selbst in den USA werden die Ausgaben für Bildung und Forschung kontinuierlich ausgebaut. Die Schweiz, die ihren Forschern keine Sicherheit darüber gibt, ob sie mehrjährige Vorhaben wirklich zu Ende führen können und sie zum ständigen Kampf um ihre finanziellen Mittel zwingt, wird die besten Köpfe ans Ausland verlieren.
Kritisiert wird die Budgetpolitik auch vom Forum Wissens- & Werkplatz Schweiz (www.fwws.ch), in dem sich hochkarätige Vertreter von Unternehmen wie Hoffmann-La Roche, Holcim, ABB oder Logitech mit führenden Köpfen aus dem Hochschulbereich – aus Technoparks, ETH, Fachhochschulen, Universitäten und Paul-Scherrer-Institut – zusammengeschlossen haben. «Vor dem Hintergrund der unberechenbaren finanzpolitischen Rahmenbedingungen», warnt das FWWS, «erwägt die in der Schweiz ansässige forschende Industrie zunehmend von langfristigen Investitionsplänen abzusehen.» Die Entwicklung führe zu einer Abkehr vom Bekenntnis zu exzellenter Hochschulbildung und bewirke einen Vertrauensverlust in den Wissensplatz Schweiz.
Zur Zukunftsgestaltung macht das FWWS auf seiner Webseite (und einer Stellungnahme zu den Budgetdiskussionen) zwölf Vorschläge. Neben dem Aufruf dazu, mit guten Rahmenbedingungen die besten Talente zu gewinnen, regt das Forum auch eine Bundeslösung für Stipendien und den Ausbau entsprechender Darlehen an. Unter andem hofft es auf eine Professionalisierung des Managements der Hochschulen und eine Stärkung der Entrepreneurship unter den Studierenden.
Besonders ins Auge sticht im Weiteren der Vorschlag 11: «Die Hochschulen kommunizieren aktiver und attraktiver über ihre Forschungsprojekte», postuliert das FWWS, «und bilden ihre Forschenden entsprechend aus. Sie arbeiten eng mit den interessierten Medien zusammen.» Unsere eigene praktische Erfahrung zeigt, dass die Hochschulen und Fachhochschulen ihr Potential hier noch keineswegs ausschöpfen. Das gegenseitige Geben und Nehmen mit Medien wie dem unseren, das sich explizit als Angelpunkt zwischen Öffentlichkeit und akademischer Forschung versteht, klappt mit privaten Bildungs- und Forschungsorganisationen und ausländischen Hochschulen sehr gut. Die staatlichen Institutionen in der Schweiz scheinen hingegen eher Mühe zu bekunden, sich solchen Initiativen zu öffnen. (wb)
Der Musikphilosoph Wolfgang Böhler (M.A.) studierte an der Universität Bern Wissenschaftstheorie, Mathematik und Musikwissenschaft. Er ist Chefredaktor des Codex flores Onlinemagazins.
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