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Handbuch der Musikinstrumentenkunde

03.05.2004 — Woher hat das Trumscheit seinen Namen? Welches ist das einzige Gambeninstrument im Sinfonieorchester? Wie funktioniert ein Brummtopf? Wann und wo sind erstmals Lauteninstrumente ikonografisch dargestellt worden? Wie werden Orgelpfeifen gestimmt? Was versteht man unter einem Sequenzer? Woraus ist ein Okambulumbumbwa gebaut?

Wers nicht weiss, wird hier fündig: Das auf aktuellem wissenschaftlichem und praktischem Erkenntnisstand basierende «Handbuch der Musikinstrumentenkunde» ist ein ebenso anregender wie verlässlicher Begleiter durch Geschichte und Gegenwart der Instrumente.

Äusserlich in neuem Erscheinungsbild (Lexikonformat, Hardcover) und inhaltlich neu erarbeitet präsentiert sich das 1954 von Erich Valentin begründete, von Franz A. Stein und Christine Weiss weitergeführte Handbuch.

Für die nun erschienene grundlegende Neufassung, an der elf Fachleute beteiligt sind, ist die bewährte Gliederung nach einzelnen Instrumentengruppen beibehalten worden: Streichinstrumente, Zupfinstrumente, Akustische Klavierinstrumente, Blasinstrumente, Blechblasinstrumente, Orgel, Harmonium, Harmonikainstrumente, Schlaginstrumente.

Entsprechend der Verschiedenheit der Instrumentengattungen ist der Aufbau der einzelnen Artikel variabel gegliedert. Behandelt werden in der Regel: Geschichte (chronologische Entwicklung nach Bautraditionen und Ländern inklusive regionale Sonderformen und historische Instrumente), Bauweisen, die einzelnen Familien samt Sonderformen, Masse in mm, Besaitung, Stimmung, Notation, Klang, Umfang (mit Noten), Mechanik, Spielhaltung und -technik. Hinweise betreffen charakteristische Literatur, Instrumentationslehre und Lehrwerke; ein Literaturverzeichnis beschliesst jeweils die Artikel.

Als allgemeine musikalisch-praktische Einführung dient das Kapitel über die Akustik (Ton, Tonkombination, Tonerzeugung, Tonübertragung, Tonrezeption).

Zu den fundierten Beiträgen gesellt sich eine Fülle von Illustrationen, zum Teil in Farbe: Abbildungen der Instrumente, historische Zeugnisse, Instrumentenkizzen mit Beschriftung der Einzelteile, Zeichnungen technischer Details, grafische Darstellungen, Typologie der Instrumentengattung. Ein Namens- und Sachregister erschliesst den Band.

Das Kapitel «Elektroakustische Klangerzeugung und ihre Instrumente» ist erweitert worden. Beschrieben werden wichtige Klangsyntheseprinzipien mit Verweisen auf entsprechende elektroakustische Instrumente nach 1950 (also ohne historische Klangerzeuger). In einem Glossar erklärt werden wichtige Fachtermini.

Neu aufgenommen worden ist das Kapitel «Musikinstrumente in aussereuropäischen Kulturen». Es widmet sich, basierend auf der Systematik nach Horbostel/Sachs, exemplarischen Erläuterungen, betont aber soziokulturelle Funktionen, Spielweisen, Repertoires und Ensemblekonfigurationen und fördert so das Verständnis historischer, sozialer und musikalischer Kontexte wie auch der kulturellen Leistungen aussereuropäischer Gesellschaften. (ws)

Handbuch der Musikinstrumentenkunde. Begründet durch Erich Valentin. Völlig neu erarbeitete Ausgabe. Gustav Bosse Verlag, Kassel 2004. 417 Seiten. € 36,95. Fr. 66.50.

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