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Musik-Konzepte Sonderband: Wolfgang Rihm

17.01.2005 — Er war 1997 Composer-in-residence am Lucerne Festival, 2000 bei den Salzburger Festspielen und beim Festival Musica in Strassburg, ist für sein Wirken als Komponist und Musiktheoretiker mit bedeutenden internationalen Auszeichnungen bedacht worden. Der 1952 in Karlsruhe geborene Wolfgang Rihm – seit 1985 unterrichtet er an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Komposition – zählt zur Gruppe der «Universalisten» innerhalb der aktuellen Musikszene.

Im August 2000 wurde in Salzburg das erste internationale Rihm-Symposium durchgeführt; es widmete sich dem Schaffen des Komponisten in den drei Sektionen «Musikanschauung», «Instrumentalmusik», «Musiktheater und Lied». Die zwölf im Rahmen dieses Anlasses gehaltenen Referate sind nun im soeben erschienenen Sonderband der Reihe Musik-Konzepte publiziert. Sie bieten eine fundierte ästhetische und strukturanalytische Einführung in Wolfgang Rihms vielseitiges Œuvre von den frühen Siebzigerjahren bis in die Gegenwart.

Grundzüge und Schaffensphasen Rihms der vergangenen drei Jahrzehnte charakterisiert Josef Häusler (Stilperioden, Sprachvorstellung, Klangidee, aussermusikalische Anregungen, Work in progress). Thomas Schäfer widmet sich Rihms Komponieren der Siebzigerjahre mit Blick auf Gustav Mahler. Der Bedeutung von Luigi Nonos Schaffen für Rihm geht Jürg Stenzl nach. Antonin Artauds Theater der Grausamkeit und seine Auswirkung auf Rihms Musiktheater untersucht Ivana Stoianova. Die Texte von Rihm, das Wort als Ausdrucksmedium, als Bekenntnis, stellt Nike Wagner ins Zentrum ihres Beitrags. Werk und Titel: Die Schwierigkeit der Werkbetitelung bei Rihm untersucht Dieter Rexroth.

Analysen von Werkkomplexen und einzelnen Kompositionen leisten die weiteren Referenten: Siegfried Mauser zur Entwicklung der Klavierstücke, Wilhelm Killmayer zu Klangstrukturen bei Hölderlin und in Rihms «Klavierstück 6», Reinhold Brinkmann über Intertextualität in den «Hölderlin-Fragmenten», Ulrich Dibelius zu den Streichquartetten, Rudolf Frisius über Form und Struktur am Beispiel von «Chiffre I», Joachim Brügge zu formalen, gattungsspezifischen und ästhetischen Aspekten in «Vers une symphonie fleuve I–V».

Der mit tabellarischen Darstellungen und Notenbeispielen, darunter Abbildungen von Partiturmanuskripten, bereicherte Band bringt im Anhang die Abstracts, bibliografische Hinweise, eine Zeittafel zu Rihms Leben und Werk, ebenfalls Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren. (ws)

Musik-Konzepte, Sonderband Wolfgang Rihm. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München. 161 Seiten. € 21,-. Fr. 36.90.
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