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Rough Guide Rock

05.01.2005 — Was dem einen (dem Online-Lexikon Wikipedia) recht, ist dem andern (dem Rough Guide Rock) billig: ein Jekami von Krethi und Plethi. Einschränkend ist gleich anzufügen, dass im einen wie im andern Fall gezählt wird auf Seriosität, Engagement, Begeisterung und ein gerüttelt Mass an Spezialkenntnissen.

Was den Rough Guide Rock (Untertitel: Der ultimative Führer zur Rockmusik) angeht, der in 2. Auflage und mit aktualisiertem und um siebzig neue Einträge von Bands, Altmeistern und Jungklassikern erweiterten Inhalt vorliegt, macht er sich die Szene-Kenntnis von über 150 Fans der Rockmusik zunutze. Sie haben via Internet kommuniziert, Beiträge geliefert und ihre Artikel gegenseitig ergänzt bzw. kritisiert.

Insider-Wissen und Inbrunst stehen der Mehrzahl der Autorinnen und Autoren nicht im Weg, ihre Stars gegebenenfalls mit bissigem Tadel, gar mit Häme zu bedenken. Wer eine Ansammlung von hagiografischen Hymnen befürchtet, wird deshalb angenehm überrascht: Persönliches und Familiäres, Steckbriefe, Leistungen und Laster, Höhenflüge und Bruchlandungen im Business werden erzählt mit Lust und (zuweilen spürbar enttäuschter) Liebe, angereichert mit frechen Zitaten. Für mal vorder-, mal hintergründigen Witz sorgen viele unkonventionelle Schwarz-weiss-Fotos namhafter Rock-Fotografen und die zugehörenden Kommentare. Ausserdem sorgen hunderte Abbildungen von klassischen Album-Covers für Auflockerung.

Die Rock-Landschaft spiegelt sich in über 1000 Künstlerinnen, Künstlern und Bands und mehr als 3000 CD-Empfehlungen von der Steinzeit des Rock’n’Roll (mit Seitenblicken auf Rhythm’n’Blues) übers Mittelalter bis zu den Schichtungen und Verwerfungen von Beat und Punk, Grunge und Britpop. Aufgenommen wurden in diesen Wälzer auch Verqueres, Eigenbrödlerisches und Futuristisches, zudem Schlüsselfiguren der Country- und der Dance-Music, sofern sie die Wege des Rock beeinflusst haben. Das Hauptgewicht liegt auf dem angelsächsischen Raum – was den europäischen Kontinent betrifft, lassen sich einige Lücken ausmachen. Aber wer will schon meckern, wenn auf einer informativen Weltkarte nicht gar alle Gebirge benannt werden können … (ws)

Rough Guide Rock. Der ultimative Führer zur Rockmusik. Hrsg. Peter Buckley. Redaktion der deutschen Ausgabe: Dieter Fuchs. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart 2004. 943 Seiten mit 370 Schwarz-weiss-Abbildungen. € 29,95. Fr. 48.-.

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