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Till Eulenspiegel & Co.

07.10.2003 — Als ein Meister der Sinfonischen Dichtung ist der junge Richard Strauss in den Achtziger- und Neunzigerjahren des 19. Jahrhunderts berühmt geworden: «Macbeth» und «Don Juan», «Tod und Verklärung», «Till Eulenspiegels lustige Streiche» und «Also sprach Zarathustra», «Don Quixote» und «Ein Heldenleben», die «Symphonia domestica» (1903) und «Eine Alpensinfonie» (1915) haben bis heute nicht an unmittelbarer Wirkung eingebüsst. Den kompositorischen Geheimnissen dieser neun Evergreens auf die Spur macht sich in seiner jüngsten Publikation Mathias Hansen, seit 1992 Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin.

Beileibe keine trockene Instruktion für Schnellhörer ist Hansens Werkeinführung «Richard Strauss – Die Sinfonischen Dichtungen», vielmehr eine profunde, der Musik adäquate farben- und kontrastreiche Ergründung und Erläuterung. Biografisches und Strauss’ Denken beleuchtet der Autor in Bezug zur historischen Entwicklung und zum künstlerischen, philosophischen und psychologischen Umfeld, zum Lebensgefühl jener Epoche der «Gründerzeit», geht der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der einzelnen Werke nach – den Auftakt dabei bildet die Sinfonische Fantasie «Aus Italien» (1886), als Programmsinfonie der Vorgängergattung der Sinfonischen Dichtung zugehörend.

Hansen zeigt die Inspirationsquellen, die poetische Idee und deren kompositorische Umsetzung auf, bringt Einflüsse, Motive und Themenbildung, Form und Struktur, Instrumentation und Klangbild zur Sprache. Gleichermassen anregend wie die detaillierten Analysen sind die Deutungen, die, hier und dort Tradiertes in Frage stellend, oft mit neuen Ansätzen und Einsichten überraschen. (ws)

Mathias Hansen: Richard Strauss – Die Sinfonischen Dichtungen. Mit vielen Notenbeispielen. Reihe Bärenreiter Werkeinführungen. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2003. 243 Seiten. € 14,95. Fr. 25.90.

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